Altes Rathaus

Ein Kleinod der Backsteingotik am Niederrhein wird das Alte Rathaus bezeichnet. Als Ausdruck des Selbstbewusstseins der Bürger wurde es zwischen 1541 und 1546 erbaut, nachdem durch den großen Stadtbrand am 21. Juni 1540 ein Vorgängerbau zerstört worden war. Das Gebäude wurde als spätgotischer, freistehender zweigeschossiger Backsteinbau errichtet. Das Rathaus hatte ursprünglich eine vollständig offene Erdgeschosshalle, die als Markthalle diente.

Um Raum für die städtische Verwaltung zu schaffen, wurde das Gebäude dann im Jahre 1756 umgebaut. Das Alte Rathaus war bis 1907 Sitz der Stadtverwaltung. Nach erheblichen Zerstörungen im zweiten Weltkrieg wurde das restaurierte Alte Rathaus am 18. Januar 1956 feierlich eingeweiht.

Der Saal im Alten Rathaus dient seitdem als „gute Stube“ der Stadt Erkelenz, in der Sitzungen des Rates der Stadt, Tagungen, Ausstellungen, Karnevalsveranstaltungen sowie Konzerte und Lesungen stattfinden, und in die die Stadt ihre Gäste zu Empfängen bittet. Im Jahr 2013 wurde das Alte Rathaus außen aufwendig saniert. Dabei wurde das Dach mit Schiefer neu eingedeckt und die zugemauerten Arkaden wurden teilweise wieder geöffnet.

 

 

Das Alte Rathaus bildet noch heute einen markanten Punkt im mittelalterlichen Stadtbild. Durch die zentrale Lage auf dem Markt im Herzen der Stadt ist das Alte Rathaus in der Öffentlichkeit sehr präsent und ist einer der städtebaulichen Identifikationspunkte. Charakteristische Merkmale sind heute die wieder geöffneten Arkaden im Erdgeschoss und der darüber liegende Ratssaal.

Das Gebäude wird von Osten über einige Stufen erschlossen. Hier befindet sich der Zugang zum Treppenhaus, das den Ratssaal und das Dachgeschoss erschließt. Die ergänzende Infrastruktur besteht aus Sanitärräumen, einer Garderobe sowie einer Küche. Die historische Erschließungssituation entspricht jedoch nicht mehr dem heutigen Anspruch öffentliche Räume barrierefrei zu erschließen. Der Ratssaal, der neben seiner politischen Funktion auch ein wichtiger Veranstaltungsort der Stadt für die oben aufgezählten kulturellen Tätigkeiten ist, ist derzeit für Rollstuhlfahrer nicht zu erreichen.

 

 

Es ist daher beabsichtigt, im Bereich der heutigen Damentoilette einen Aufzug einzubauen. Da dieser Aufzug im Erdgeschoss vom Haupteingang aus aufgrund weiterer Stufen nicht erreichbar wäre, soll eine auf der Nordseite des Gebäudes befindliche ehemalige Arkade wieder geöffnet werden und einen gläsernen Zugang bilden. Dieser Zugang ist dann über eine außenliegende flache Rampe erreichbar, die zugleich die Anbindung an die gerade erneuerte barrierefreie Toilette neben dem Alten Rathaus darstellt.

 

 

Im Zuge dieser Maßnahme sollen zugleich das Treppenhaus und die sanitären Anlagen grundlegend saniert bzw. neu hergestellt werden. Die Herrentoilette wird dabei nach Einbau des Aufzugsschachtes an gleicher Stelle mit einer Toilette und drei Urinalen realisiert. Die Damentoilette wird an der Stelle der heutigen kaum genutzten Garderobe mit zwei Toiletten neu eingerichtet.

 

 

 

Des Weiteren wird im Treppenhaus die vorhandene Wandverkleidung mit Glasfasertapete entfernt, die Putzflächen werden saniert und denkmalgerecht mit mineralischen Farben gestrichen. Die bestehenden elektrischen Anlagen entsprechen nicht mehr heutigen Anforderungen und werden erneuert, dabei wird das gesamte Gebäude mit einer neuen LED-Beleuchtung ausgestattet.