Innenstadt­entwicklung Erkelenz

Integriertes Handlungskonzept

Im Fokus des Integrierten Handlungskonzeptes (InHK) steht der Zentralort der Stadt Erkelenz im Kreis Heinsberg, insbesondere dessen Innenstadtbereich.

Ebenso wie viele andere Städte steht auch Erkelenz vor den Herausforderungen des Strukturwandels, vor allem im Einzelhandel, des demographischen Wandels sowie laufender Veränderungen im Mobilitätsverhalten, auf die angemessen reagiert werden muss. Im Prozess der Innenstadtentwicklung sollen bestehende Mängel erkannt, analysiert und nachhaltig behoben werden.

Zur Erarbeitung und Formulierung nachhaltiger integrierter Lösungsansätze ist eine Gesamtbetrachtung aller Handlungsfelder sowie deren Wechselwirkungen notwendig. Mit dem InHK als ganzheitliches Steuerungs- und Koordinierungsinstrument ist es das planerische Ziel des Prozesses, die Funktion der Innenstadt als solche zu stärken und zu reaktivieren, die öffentlichen Räume neu zu qualifizieren und zu attraktivieren sowie das Stadtmarketing zukunftsorientiert und modern auszurichten.

Der Untersuchungsraum des InHK umfasst dabei schwerpunktmäßig den erweiterten Hauptgeschäftsbereich des Zentralortes (grün) unter Berücksichtigung der vorhandenen Verknüpfungen und Abhängigkeiten mit den umliegenden Quartieren und Stadträumen. Diese bilden den erweiterten Untersuchungsbereich (weiß).

 

Untersuchungsbereich Untersuchungsbereich

Kernbausteine eines InHK

Das unten abgebildete Prozessdiagramm die Kernbausteine des Integrierten Handlungskonzeptes dar, dessen planerische Methodik Grundlage für den gesamten Planungs- und Realisierungszeitraum ist. Zwecks einer umfassenden und kooperierenden Erarbeitung des Konzeptes sowie lückenlosen Herausstellung der Handlungsbedarfe werden die Bürger sowie private und öffentliche Akteure am Planungsprozess beteiligt.

 

Kernbausteine InHK
Kernbausteine InHK

Basierend auf einer soliden Bestandsanalyse und einem möglichst breiten Meinungsbild aller betroffenen Akteure ist es die Aufgabe des InHK, gemeinsam getragene Zielvorstellungen und Maßnahmen zu formulieren und eine Vielzahl an Handlungsfeldern zu berücksichtigen. Dabei ist immer die Umsetzung der Maßnahmen das Ziel, welche schließlich aus der Analyse heraus nachhaltig und passgenau erfolgt.

Leitziele eines InHK

Stadtbild und öffentliche Räume

  1. Bewahrung und Stärkung der Identität der Kernstadt, ihrer öffentlichen Plätze und Grünanlagen.
  2. Stadtreparatur zur Behebung städtebaulicher Missstände, u.a. im Hinblick auf die Schließung von Baublöcken (Vermeidung von Hinterhofsituationen/ Baulücken).
  3. Steigerung der Aufenthaltsqualität und der Sicherheit im öffentlichen Raum.
  4. Stärkung des jeweils besonderen Charakters der einzelnen Innenstadtplätze unter Berücksichtigung eines einheitlichen Grundgestaltungskanons.
  5. Förderung von Durchgrünung und Entsiegelung u.a. im Hinblick auf klimatische sowie ökologische Aspekte.
  6. Sicherung, Inszenierung und Nutzungsverbesserung historischer Anlagen, insbesondere der Burg Erkelenz.
  7. Nutzung der Potenziale der öffentlichen Frei- und Grünräume als Orte der Begegnung und Kommunikation für alle Bevölkerungsgruppen.
  8. Sensibilisierung der Bevölkerung für den Wert der innerstädtischen Natur- und Freiräume.

Mobilität / Verkehr

  1. Steigerung des Anteils des nichtmotorisierten Verkehrs und gemeinschaftlich nutzbarer Angebote (ÖPNV, Carsharing, Bikesharing, etc.).
  2. Schaffung von sicheren und attraktiven Fuß-/ Radwegeverbindungen (auch über die Innenstadt hinaus).
  3. Barrierefreie Gestaltung der öffentlichen Straßen, Wege und Plätze.
  4. Ausbau der Mobilitätsangebote für alle Personengruppen (Generationengerechtigkeit).
  5. Vernetzung von Stadtbereichen mit besonderer Funktion:
    „Bahnhof – Markt – Ziegelweiherpark“
  6. Entschärfung von verkehrlichen Konfliktbereichen durch stadträumliche Aufwertung (Synergieeffekte).
  7. Vermeidung überflüssigen Verkehrs, insbesondere des Parksuchverkehrs in der Innenstadt.
  8. Neuordnung des ruhenden Verkehrs und der Bewirtschaftungsgrundsätze.
  9. Bewusstseinsbildung zur gegenseitigen Rücksichtnahme von Verkehrsteilnehmern (Einhaltung Verkehrsregeln) als Basis eines möglichst konfliktfreien Miteinanders.

Stadtmarketing, EZH, Gastronomie

  1. Förderung des Einkaufserlebnisses in der Innenstadt: Altstadtatmosphäre, Angebotsvielfalt, Aufenthaltsqualität, Zusatzaspekte (z.B. WLan).
  2. Weiterentwicklung des Einzelhandelsspektrums in den Kernlagen der Innenstadt.
  3. Gastronomie, Kultur und Wohnen als neue Leitfunktionen in angrenzenden Innenstadtlagen.
  4. Entwicklung von Nachnutzungs- und Zwischennutzungskonzepten für Leerstände.
  5. Aktivierung von Immobilieneigentümern auf verschiedenen Ebenen: Beratung, Unterstützung/-förderung, städtebauliche Steuerung/ baurechtliche Instrumente.
  6. Gewährleistung einer Lebensmittelvollversorgung in der Innenstadt.
  7. Profilschärfung der Innenstadt und Ausbau des Stadtmarketings zur Innenstadtförderung.

Wohnen / Soziales

  1. Bereitstellung von bedarfsgerechten, qualitätsvollen und bezahlbaren Wohnraumangeboten.
  2. Vitalisierung und Sanierung vorhandener in die Jahre gekommener Bausubstanz.
  3. Stärkung des Wohnstandortes Innenstadt: Ausgleich bei Interessenskonflikten, z.B. Lärmschutz und Belebung der Innenstadt.
  4. Ermöglichung von Teilhabe und Begegnung, sowie Stärkung des sozialen Miteinanders: Orte der Begegnung und der Kommunikation.
  5. Verbesserung der Barrierefreiheit innerstädtischer Gebäude, insbesondere zentrale Anlaufstellen/ Treffpunkte für die Bevölkerung.

Visualisierungen und Testentwürfe

Markt & Umgebung [Markt]

Markt & Umgebung [Markt]

Markt & Umgebung [Johanismarkt]

Franziskanerplatz

Kölner Straße [Ostpromenade]

Kölner Straße [Ausstattungsbeispiele]

Grünring und Burg

Ziegelweiherpark

Allgemeine Ausstattungsbeispiele

Lageplanskizzen

Markt

Steigerung der Aufenthaltsqualität

Nutzungsverbesserung Arkaden

Vermeidung überflüssigen Verkehrs (Parksuchverkehr)

Ort der Begegnung und Kommunikation

Synergieeffekte Märkte / Gastronomie

Legende

Inszenierung altes Rathaus

Legende

Inszenierung altes Rathaus inkl. Außengastronomiefläche und Brunnen an den Arkaden

Legende

Räumliche Gliederung durch Betonung der Aufenthalts- / Bewegungsflächen

Johannismarkt

Steigerung der Aufenthaltsqualität

attraktive, generationengerechte Sitzbereiche ohne Konsumzwang

Sichtbarkeit St. Lambertus

Erweiterung der nutzbaren Platzfläche bis zur Kirche

Verbesserung der Fußwegebeziehungen

Wiederholung des Elementes Wasser

Aufwertung des Wappens

Legende

überwiegender Erhalt der Parkplätze

Legende

Franziskanerplatz

Steigerung der Aufenthaltsqualität

Repräsentativer Vorplatz Stadthalle

Aufwertung der Wasserspielmöglichkeit

Steigerung des (Einkaufs-) Erlebnisses

Erhalt bestehender Nutzungsmöglichkeiten (Maibaum / Kirmes)

Minderung der Zergliederung (als ein Platz wahrnehmbar)

Verbesserung der Fußwegeverbindung Patersgasse / Schülergasse

Legende

Kletter-/Wasser-Element Wal mit Bezug zu den Geschichten um Franziskus

Legende

Kölner Tor

Legende

Ist-Zustand

  • Blickrichtung Bahnhof
  • ca. 17,5m Abstand zwischen den Fassaden
Legende

Ziele / Qualitäten

Legende

Ziele / Qualitäten

  • zusätzliche Begrünung möglich
Legende

Ziele / Qualitäten

Legende

Ziele / Qualitäten

  • mobile gastronomische Angebote als temporäre Ergänzung

Ziegelweiherpark

Steigerung der Aufenthaltsqualität

Barrierefreier Ausbau

Erhöhung der Verkehrssicherheit am Übergang Nordpromenade

Erreichbar- und Erlebbarkeit sowie Inszenierung des Wassers

Erhöhung des Sicherheitsgefühls
(bessere Einsehbarkeit, Beleuchtung, großzügige Wege)

 

Legende